Mittwoch, 17. April 2013

Lieber einen Schritt zurück…

…um wieder schneller nach vorne zu kommen! Ganz nach diesem Motto legte ich den heutigen Tag an. Nachdem mir letzte Nacht nicht mehr als vier Stunden Schlaf vergönnt waren, ließ ich den heutigen Tag etwas ruhiger angehen. Zwar stand ich etwas verfrüht auf, um mit meiner Zimmerkollegin unserer 7-jährigen Host-Sister eine Schulfrisur zu zaubern, und ich schlief auch keineswegs in der Schule ein, aber dennoch fühle ich mich nun wieder etwas besser. So verschlief ich die Zugfahrt nach Dublin, cancelte den Abendausflug und liege nun als einzige verdammt uncool um halb neun schon im Bett. Momentan schreibe ich gemütlich meinen Blog, beantworte Fanmails (Vielen Dank an alle, die mir etwas Nettes schreiben – ihr seid wahrhaftig die besten Leser, die man sich nur wünschen kann.!) und schneide das Video der gestrigen Irish Dancing Night.

Gerade eben habe ich bemerkt, noch nicht ein einziges Wort über unser heutiges Programm fallen gelassen zu haben. Gleich vorweg: Als aufregend, amüsant oder besonders außergewöhnlich würde ich es nie und nimmer bezeichnen, denn wir verbrachten den Nachmittag im Guinness Store House. Ein wenig etwas über die Geschichte des klassisch irischen Biers zu erfahren ist vielleicht eine ganz nette Angelegenheit, aber wenn eine gratis Kostprobe beim Eintrittspreis inkludiert ist, man zu Hause ohne weitere Umstände Bier im Clubs, Bars oder Gastrobereichen bestellen kann und trotzdem anderen beim Verkosten zusehen muss, kann man sich meinen Unmut glaube ich nur allzu gut vorstellen. Natürlich respektiere ich die Gesetze jedes Landes, aber wegen eines kleinen, klitzekleinen Schluckes wird man in meinem Alter ganz sicher nicht sofort zum Alkoholiker. Hat ja niemand gesagt, dass ich mir sofort um vier Uhr nachmittags auf einer Schulveranstaltung eine Halbe bestellen würde, aber wie gesagt: Ein kleiner Schluck hätte mir den Tag schon durchaus ein wenig versüßt.

Zähe Sache, mein Blog heute, nicht wahr.? Wer bis hierher durchgehalten hat, wird nun noch mit einer kleinen Anekdote belohnt: Für unseren Aufenthalt in Irland bekamen wir ein Ticket für den Zug nach Dublin und die Busse in und um Dublin und Bray. Meines hat genau ein einziges Mal funktioniert, dann hat der Automat immer einen aggressiven Auszucker bekommen, wenn er dieses vorgehalten bekommen hat (soweit ein Automat aggressiv werden kann…). Tags darauf bekam ich ein neues Wochenticket, jedoch war nach einer Strecke klar: Anderes Ticket, gleiches Desaster. Jedenfalls brachten mich diese Umstände immer wieder in Gespräch mit den einheimischen Angestellten (Englisch erfolgreich ausgetestet – es funktioniert wirklich!) und nach einem Tag kannte ich bereits so einige Leute. So wirklich lustig daran aber ist, dass mir heute zwei  noch unbekannte Angestellte schon von weitem am Bahnsteig entgegen gewinkt haben und mir lang und breit mit großer Euphorie erklärt haben, dass sie schon alles wissen und ich nur zu ihnen kommen brauche, wenn ich irgendwohin möchte. Offensichtlich scheint eine ein wenig planlose, mit Laptop und Kamera ausgestatte Bloggerin aus Österreich schon Pubgespräch geworden zu sein. Peinlich, peinlich.

Wie auch immer: Aus jeder Situation habe ich gelernt, dass man sich in Irland niemals zu sorgen braucht, denn die Iren sind an Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft durch nichts und niemanden zu übertreffen – mag nach Klischee klingen, und bekanntlich sollen Klischees ja einen wahren Hintergrund haben.

Grüße in die ganze Welt wünscht BM:Writing

Kurioses ohne Ende


Nach einem ausgedehnten Schläfchen begann der Tag mit zwei wundervollen Croissants, und wenn ein Tag so beginnt, kann er doch nur ein guter werden! Leider aber wurden wir wie dieser Tage immer zuerst in die Sprachschule verfrachtet, bevor wir auf das Leben losgelassen wurden. Für mich stellen diese Stunden immer die langweiligsten der ganzen Reise dar, schließlich fahre beziehungsweise fliege ich nicht hunderte von Kilometern, um dann erst recht wieder in vier Wänden zu sitzen.

Die sich wie eine ganze Ewigkeit anfühlenden Stunden werden immer in zwei Teile geteilt: Die erste Hälfte wird mit einer annähernd als sympathisch zu bezeichnenden Frau verbracht, mit der die erste halbe Ewigkeit zumindest langsam zu verrinnen scheint, aber seien wir ehrlich: Freiwillig würde ich auch mit ihr nur wenig Zeit verbringen. Das typische Klischee der Lehrer stimmt zwar meiner Meinung nach nicht immer, aber ein ganz bestimmt Teil hat sich noch immer bewahrheitet: Du kannst sie dir nicht aussuchen, und du  musst so oder so mit ihnen zurechtkommen.

Die zweite Hälfte der angesprochenen Ewigkeit wie allerdings mit einer stark gewöhnungsbedürftigen Frau vertrieben: So wies sie uns an (Synonym für zwang uns), jeden Tag „just a little diary entry“ zu schrieben. An und für sich wäre das ja nicht unbedingt der Weltuntergang, aber dieses zuckersüße Lächeln lässt eine Seele wie die der Dolores Umbridge aus Harry Potter vermuten. Aber es kommt noch dicker: Anstatt die halbe Seite täglich einfach nur halbe Seite sein zu lassen, offenbarte sie uns heute, die Texte sogar abzusammeln und zu korrigieren. Mag vielleicht ganz nett klingen, dass das aber für uns einiges an Unannehmlichkeiten bedeutet, mag wohl nicht jedem klar sein: 100 Wörter sind schnell geschrieben, in nicht einmal 10 Minuten könnte man sich der Hausaufgabe entledigen. Aber diese 100 Wörter gesellschaftstauglich zu machen, ist wohl für meine Wenigkeit im Beinahe-Urlaub schon ein wenig zu viel der Herausforderung.

Nun gut, genug gelästert – nach der Sprachschule war der Nachmittag für programmlos erklärt worden, was natürlich zu einem geschlossenen Einkaufstrip nach Dublin geführt hat. Auf mich faszinierend gewirkt hat aber gerade eben jenes Phänomen: So manche kamen mit 5 Shoppingtaschen zum Abendzug nach Bray zurück, andere wiederum hatten nur einige winzige Täschchen bei sich. Was daran interessant ist? Nun ja, je kleiner das Täschchen, desto mehr wurde bezahlt. Widersinnig, nicht wahr.? So hatte ich mich auf einen schicken Flechtgürtel und ein Oberteil für besonders heiße Tage beschränkt, dafür 40 Euro in den Untiefen der Dubliner Geschäftsviertel ausgesetzt und kam mit Einkäufen zurück, die ohne Probleme auch in einem Toiletttäschchen  Platz gefunden hätten. Andere Kandidaten kamen mit wie zuvor schon erwähnten 5 Taschen zurück, deren Inhalt aber gerade einmal im Wert von 60 Euro war.

Wie dem auch sei, noch einem schnellen Abendessen gings dann gleich zur Irish Dancing Night, es kann sich glaube ich jeder vorstellen, was für ein riesengroßer Spaß das war. Über einige Umwege fanden wir dann auch noch nach Hause, wobei wir aber die ganze Stadt beinahe zwei Mal durchquert hatten (kein Scherz, es fahren einfach zu viele verschiedene Busse, da ist es doch bitte völlig normal, dass sich eine Gruppe von fast 20 Schülern in einer Kleinstadt verirrt…^^).

Nach einem ausgedehnten Bad werde ich mich wohl jetzt im Morpheus Arme fallen lassen, aber eine beinahe schon grenzgeniale Erfolgsmeldung gibt es noch in diesen Eintrag einzubauen: Es hat sein geschlagenen 24 Stunden nicht geregnet und die lauwarme Nacht ist sternenklar!

Schlaft gut, meine Lieben – BM:Writing

Dienstag, 16. April 2013

Attention: Pack of Austrians attending public!


Gestartet wurde der heutige Tag äußerst ausgeschlafen, gut gelaunt und vor allem ohne die Rückenschmerzen einer havarierten 70-jährigen – bedingt durch unser pink gestrichenes Zimmer sahen wird vermutlich unsere gegenwärtige Situation durch die rosarote Sonnenbrille. Als Pessimist, wie ich es doch bitte nicht bin, würde man sofort eine kluge Taktik der Familie dahinter vermuten, bekanntlich sollen ja helle Farben die Stimmung positiv beeinflussen. Etwas naheliegender ist aber vermutlich die Tatsache, dass uns warme Temperaturen, ungetrübter blauer Himmel und eine leicht wehende Brise zu absoluter Hochform auflaufen ließen.

Schnell getrübt wurde diese allerdings durch den Aspekt, dass wir den ganzen Vormittag in der Sprachschule verbringen und uns teilweise mit leicht unterfordernden Übungen abgeben mussten. Umso größer war natürlich die Freude, als wir die Mittagspause am Strand verbrachten – ich muss gestehen, ich hab wenig mitbekommen, denn ich bin nach dem Essen sofort eingeschlafen. Das mediterrane Feeling war einfach zu viel für mich…  ;)

Kurze Zeit später befanden wir uns auf dem Weg nach Dublin, besser gesagt in der Dart. Entgegen aller meine anfänglichen Assoziationen stand dieses Dart bedauerlicherweise absolut nicht in Verbindung mit dem beliebten Wurfspiel, aber gut, ein Bahnhof und einem Zug wie in Harry Potter sind auch ganz okay… Natürlich war der Stil absolut nicht dem der Romane gerecht, aber zumindest entfernt erinnerte er mich daran.

Bei der anschließenden Sightseeing-Tour liefen wir uns die Füße in den Bauch (jaja, ich weiß, wirres Gerede zwischen „sich die Füße in den Bauch stehen“ und „sich die Füße wund laufen“), aber immerhin war die Hauptstadt Dublin für uns danach einigermaßen übersichtlich. Kurzfristig wurden wir von unseren Begleitlehrern dann in einem Shopping-Center ausgesetzt (welch ein Glück!) und verbrachten einige Zeit in Mitten von Smoothies, Cupcakes und anderen Shops verschiedenster Art. Allerdings stellte ich fest, dass wenn man sich einen großen Smoothie, einen Cupcake der kalorienhaltigen Sorte und eine heiße Schokolade unmittelbar aufeinander folgend hineinzieht beinahe Magenschoner benötigt – morgen weiß ich es besser.!
Es versteht sich natürlich von selbst, dass wenn wir mit dem Zug nach Hause kommen klarerweise das Wetter von mediterran auf ozeanisch umschlagen muss. So fuhren wir im Schütt und Sturm mit einem Doppeldecker-Linienbus in unser fast schon nicht mehr neues Zuhause.

Eigentlich wollten wir ja nur kurz die Fenster zum Lüften öffnen, während wir uns in der Küche aufhielten, als wir aber zurückkehrten, kam das böse Erwachen: Als eher kontinental geprägte Reisende hatten wir die hiesigen Witterungen nicht in unseren Plan inkludiert und so stellten wir fest, dass unser Zimmer eine erhöhte Feuchtigkeit aufwies (Es war nur ein wenig befeuchtet, um nicht nass zu sagen… Das wäre ja bitte glatt übertrieben…). Jedenfalls kann man erneut sagen: Komplikationen sind entstanden, dauerten an und wurden überwunden!

Mit diesem Jack-Sparrow-Zitat möchte ich nun den heutigen Eintrag abschließen und ganz in seinem Sinne verbleibe ich nur mit einem Appell an die irische Neigung, zu tief ins Glas zu schauen: Trinkt aus, Piraten, yoho!

See you then! – BM:Writing

Sonntag, 14. April 2013

No way, my dears!


Gestern berichtete ich von den ein wenig desaströsen Zuständen in unserer Gastfamilie und habe versprochen, euch, meine lieben Leser, auf dem Laufenden zu halten. Nun denn, nach einem Tag voller Krisen und Ungewissheiten kann man sagen: BM:Writing wechselte die Location! Aber lasst mich alles von Anfang an erklären…

Die Nacht war der pure Horror, mit Lungenproblemen, einem steifen Nacken und aufgrund der mangelnden Duschgelegenheiten auch ein wenig streng riechend steigen, oder besser gesagt, fielen wir aus den Betten – und ich kann euch sagen, mit den Kreuzschmerzen einer in die Jahre gekommenen Pensionistin klettert man nur behäbig aus dem oberen Teil eines Kinderstockbettes. Nach dem Frühstück ging es für uns nach Powerscourt und anschließend nach Glendalough – zwischendurch bekamen wir von unserem Styler-Guide noch ein paar brisante Infos über die Kopulation und die Nachwuchskalkulierungen der irischen Schafe (wobei es anscheinend wirklich stimmt, dass mehr Schafe als Menschen diese Insel bevölkern…).

Um nun zum eigentlichen Thema diese Eintrags zurückzukommen, muss ich das Schaf-Thema wohl verlassen und erwähnen, dass schon den ganzen Tag mit Sprachschule und Kursleiterin über unsere Gastfamiliensituation diskutiert wurde. Fotos des Messi-ähnlichen Haushalts wurden präsentiert, über die Arbeitsmentalität an Sonntagen gefachsimpelt und dabei der 11- beziehungsweise 4-Uhr-Tee eingenommen. Nachdem wir mit unseren Begleitlehrern noch lange bei einem Kaffee im Pub über die Situation geredet hatten, rannten wir noch ein wenig wirr am Strand herum, aber wir hatten unseren Spaß, was doch schließlich die Hauptsache ist, oder.?

Schließlich kam inmitten eines tosenden Sturmes (ja, das Wetter ist typisch irisch: Wind ohne Ende und beständiger Nieselregen) der lang ersehnte Anruf, dass wir eine neue Familie bekommen und in zwei Stunden den Ort des Grauens verlassen durften. Als wir unsere Koffer holten, war zwar die Katastrophe perfekt, als wir dezent niedergemacht wurden, aber dafür hat sich das ganze Affentheater voll ausgezahlt: In neuen Heim fühlen wir uns wie im Himmel (Zimmer 4-mal so groß, Betten 2-mal so groß, ein eigenes Bad gemeinsam mit dem weiteren Gastschüler, einem 18-jährigen Belgier – if you know what I mean, ya.?!  ;D – und eine supernette Family mit zwei bestens erzogenen Hunden).

Ganz ehrlich, seit ich hier bin und auf der pinken Bettdecke liege, hat sogar meine künstlerische Denkfähigkeit wieder eingesetzt: Ich schreibe mehr, ich schreibe leichter und vor allem wieder mit Lebensfreude pur – mit dem ganzen Herzen!

Von der rosaroten Wolke 7 grüßt euch ganz herzlich - BM:Writing

Samstag, 13. April 2013

Hello IR(R)LAND!

Wie soll ich sagen – ich weiß nicht, wie ich beginnen soll. Also fange ich einfach mal an, planlos darauf los zu schreiben. Frühmorgens traten wir unsere Reise zum Wiener Flughafen an, vertrieben uns stundenlang ein klein wenig sinnlos die Zeit und kamen schließlich mit einer geschlagenen Stunde Verspätung an. Begrüßt wurden wir von peitschendem Sturm und Nieselregen der unangenehmsten Sorte. Ein Pfad der Qual, ja des Leids und Verderbens unserer Frisuren, war wohl der darauffolgende Weg zum Busparkplatz, welcher uns wohl länger vorkam, als er tatsächlich war.

Am darauf folgenden Weg nach Bray löste der Linksverkehr bei mir immer wieder leichte Panikattacken aus, schließlich donnere ich normalerweise nicht mit knapp 100 Stundenkilometern auf den vermeintlichen Gegenverkehr zu. Zu meiner Verblüffung kamen wir aber trotzdem ohne Massencrash und ohne gröbere Katastrophen am Zielort an.

Während die Frau meiner Gastfamilie unsere Koffer in den etwas zu klein geratenen Kofferraum verlud (vermutlich waren eher die Koffer etwas zu groß geraten…^^), wies sie mich an, am Beifahrersitz Platz zu nehmen. Prompt fand ich mich am Steuer des Autos wieder, nachdem ich wahrscheinlich zu einer nationalen Bedrohung der zivilen Bevölkerung Irlands geworden wäre, musste ich mir Wohl oder Übel meine Peinlichkeit eingestehen und auf dem für mich normalerweise als Fahrerseite angesehen Sitz Platz nehmen.
Die Unterkunft von meiner Freundin und mir erwies sich als nicht dem Preis angemessen, nach ausführlicher Observation jeder Ecke hatten wir ein sehr konstruktives Telefonat mit unserer Begleitlehrerin. Die Frage stellt sich nur, ob sich etwas ändern lässt, oder besser gesagt leben wir diesen Abend nach dem Motto: Wir wissen nicht, ob es besser wird, aber es muss sich etwas ändern, damit es besser werden kann.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich mir die Sprachreise nicht als Lektion „Wie man das Leben überlebt“ vorgestellt habe. Voraussichtlich treffen wir uns heute noch beim örtlichen McDonald’s, um Kriegsrat zu halten, mal sehen was man als deprimiertes, verzweifeltes und vor allem nervenloses Wesen noch auf die Beine stellen kann.

Mal sehen – ich halte euch am Laufenden! Liebe Grüße, BM:Writing

Freitag, 12. April 2013

Ready – Steady – GO!!!

Ich grüße euch alle ganz herzlich vom guten alten Heimatland Österreich! Wie ihr alle wisst, geht’s morgen endlich los in Richtung Bray in Irland, 20 km südlich von Dublin. Die meisten hoffen auf eine hammermäßige Woche, sofern sich diese allerdings nicht als derartig herausstellt, kann man sich trotzdem sicher sein: Dieser Blog wird ein Opus Magnus, fantastische Reise oder nicht. Das wäre doch das erste Event, wo ich nichts aus dem Hut zu zaubern hätte.!

Wie auch immer, nun zum heutigen Tag: Bis auf unsere werte Klassenvorständin, die uns bis zur letzten Minute mit Literaturgeschichte quälte, verlief der heutige Schultag weitgehend unspektakulär. Dann gings aber ans große Packen  - für die meisten zumindest! Ich kämpfe nämlich schon seit gestern Nachmittag gegen mein maßloses Übergepäck. Ich hätte heute noch zu viel vor, um eine adäquate Zeitspanne dafür aufbringen zu können. Essensvorräte, Kleidung für alle Witterungen zwischen einem Polarschneesturm und tropischer Hitzewelle und mein persönliches Equipment wie meine unersetzliche Bloggingausrüstung verursachen ein Übergepäck von satten 5 Kilos. Mag sich nicht nach besonders viel anhören, wenn man allerdings pro Kilo 15 Euro Aufzahlung am Flughafen zurücklassen muss, wird man schon ein wenig stutzig – 75 Euro pro Flug ist doch ein wenig, nun ja, wie soll ich sagen, wucher… (Sofort eine Entschuldigung bitte an das Flugunternehmen Air Lingus, Anklagen wegen Rufmord sind nicht sehr nett.!)

Nun denn, nach einer Reduzierung des Übergepäcks auf 1,5 Kilo gebe ich es auf. An der späten Uhrzeit des Eintrags kann man feststellen, wie lange ich daran gebastelt und gewerkt habe. Ein netter Abend in der Tanzschule Horn versüßte mir jedoch die ganze Plag‘ und Müh.

Sollte ich mich morgen nicht melden (was hoffentlich nicht eintreten wird  *Blick zum Himmel werf*), bin ich entweder entführt worden, mit dem Flugzeug abgestürzt oder habe schlicht und einfach kein W-LAN anzapfen können. Muss ich mich wohl wiedermal wo reinhacken… (Achtung: Scherz, falls es wer nicht verstehen sollte.!)

Nur die besten Grüße – BM:Writing

Samstag, 6. April 2013

Zerstörung aller Pläne? – Roger, Ma’am!

In der letzten Woche war es meiner unbedeutenden Meinung nach nur normal,  einige Spekulationen bezüglich unserer Reise anzustellen – Dinge, die man erledigen möchte, Orte, die man besuchen möchte, Wege, die man gehen möchte. Soweit zum unspektakulären, langweiligen Teil meines heutigen Eintrags, eine Woche vor Abreise nach Bray an der Ostküste Irlands.


Ihr denkt, ich werde euch jetzt davon erzählen? Nun, ich glaube, ich muss euch leider enttäuschen! Heute Morgen widerfuhr mir nämlich etwas schier Unglaubliches: Ich traf unsere Begleitprofessorin beim Einkaufen in der kleinen, provinziellen Spar-Filiale meiner näheren Umgebung. (Ja, ich war Samstagmorgens einkaufen – selten spießig, nicht wahr.!?) Soweit nichts Ungewöhnliches, jemand wie meine Wenigkeit trifft doch alle Tage mal einen Lehrer unserer Schule beim Einkaufen. Unter diesen Gegebenheiten widerfuhr mir allerdings doch etwas Seltsames: Sie schien sich mit mir unterhalten zu wollen!

Zuerst war ich in Gedanken darüber versunken, dass Lehrer wirklich ganz normale Menschen waren – sie schienen zu essen, zu schlafen, nach dem offensichtlichen Großeinkauf zu urteilen, auch eine Familie zu haben. Sonderbar. Aber dann dachte ich mir, dass auch die Familie Cullen aus Stephanie Meyers Twilight einen reichlich gefüllten Kühlschrank zu haben pflegte, trotz ihrer unermesslichen Kraft und Ausdauer Auto fuhr und den Eindruck einer normalen Familie vermittelte. Ich verwarf meine Überlegungen schnell wieder und beschloss, mich damit nicht weiter zu beschäftigen.

„Wie steht es denn um deine Pläne für unsere Reise, hm?“ – mit dieser eher steifen als saloppen Frage riss sie mich aus meinen Gedanken. Ich begann ihr ein wenig wirr über meine Pläne zu berichten, schien ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zu haben. Fasziniert und mit eifrigem Kopfnicken verfolgte sie den Bericht über meine Pläne, ein Fahrrad zu mieten, um mobil zu sein, als begeisterte Turnierreiterin eine nahe gelegene Pferdeshowveranstaltung zu besuchen, mein Lauftraining wieder aufzunehmen, tausende und abertausende Fotos zu machen und so ganz nebenbei eine ausgedehnte Shoppingtour zu unternehmen. Wie folgt machte sie mit einem zuckersüßen Lächeln all dies zunichte:

·        Die Fahrrad-Theorie: „Es herrscht doch Linksverkehr in Irland, das ist doch viiiiiel zu gefährlich, das lässt du ja schön bleiben, ok?“
·        Der Pferdeshowbesuch: „Für so etwas, meine Liebe, wirst du keine Zeit haben – wir sind doch von früh bis spät mit einer Guided Tour unterwegs! Freizeit gibt’s nicht!“
·        Das Lauftraining: „Das wirst du vor der Sprachschule machen müssen!“ (bedeutet ca. um halb 6 aufstehen, spätestens)
·        Die Shoppingtour: „Wir werden sicher bei einem Souvenirshop vorbeikommen!“

Zunehmend entgleisten mir die Gesichtszüge, dem Blick anderer Einkäufer nach zu urteilen. Nach der Vernichtung meiner Pläne, wünschte sie mir noch einen schönen Samstag und rollte mit dem Einkaufswagen davon. Ich fragte mich, was dieser Auftritt nun sollte, wie konnte sie mir nur so derartig meinen Samstag vermiesen? Sehr wohl fühle ich mich im Stande, wie jeder normale Mensch den Linksverkehr zu meistern, und sehr wohl würde ich mich garantiert nicht mit klischeehaften Touristensouvenirs begnügen! Gut, dass die Pferdeshow gestrichen ist, werde ich noch irgendwie wegstecken, aber wäre es nicht wesentlich realitätsnaher, das irische Reitervolk in seiner natürlichen Umgebung eines Pferdestalls zu beobachten, anstatt mit einer klischeehaften Guided Tour im sterilen Bus ein noch viel sterileres Urlaubserlebnis zu haben? Jene, die mich persönlich kennen, werden sich vorstellen können, dass es für jemanden wie mich, der permanent am Sprung ist, nervenzerfetzend sein kann, einer volle Woche nicht einen Hauch von Freiheit und vor allem das Leben wahrhaftig spüren zu können. (Langer Satz, sorry…^^) Nur zu gut, dass unsere werte Schulärztin bei der Voruntersuchung bei meiner ausgeglichen Seele einen leicht untertourigen Blutdruck festgestellt hat. Einzig und allein er wird es mir ermöglichen, mich darüber aufzuregen, ohne einen Herzinfarkt zu erleiden.

Ein entspannendes Wochenende euch allen – BM:Writing